Arbeitsgruppe Raketenpionier „Johannes Winkler“

Arbeitsgruppe Raketenpionier „Johannes Winkler“

Februar 7, 2019

Die Arbeitsgruppe Raketenpionier „Johannes Winkler“ gestaltete im Technikmuseum eine Ausstellung zum Leben und Wirken des Raketenpioniers und Raumfahrtenthusiasten Johannes Winkler (1897-1947).

Winkler gründete 1927 den „Verein für Raumschiffahrt (VfR)“ und gab eine entsprechende Fachzeitschrift zum Thema Raketentechnik und Raumschiffahrt („Die Rakete“) heraus.

Durch seine Laborversuche an der TH Breslau zur Messung von Schubverläauml;ufen an Feststofftriebwerken und erste Versuche zur Konstruktion eines Antriebsapparates für flüssige Brennstoffe („Strahltriebwerk“) wurde Prof. Hugo Junkers auf ihn aufmerksam und stellte Winkler 1929 als Versuchsingenieur in seiner Forschungsanstalt in Dessau an. Hier führte Winkler Untersuchungen zu Raketen als Starthilfe für Flugzeuge durch.

Privat entwickelte Johannes Winkler Raketen mit Flüssigkeitstriebwerken, die senkrecht aufsteigen sollten und bisher unerreichte Höhen bis hin zum Weltraum erreichen sollten.

Im Jahre 1931 gelang ihm dann auch der erste Startversuch einer Rakete (HW1), die mit flüssigem Sauerstoff und flüssigem Methan angetrieben wurde. Dieser Raketenflug war der erste seiner Art in Europa und fand auf dem ehemaligen Exerzierplatz bei Dessau-Großkühnau statt. Dieser historische Startplatz liegt nur wenige Fahrminuten vom Technikmuseum entfernt.

Johannes Winkler erprobte erfolgreich noch weitere Flüssigkeitsraketen in Dessau und bei Berlin („Rakenflugplatz“ Reinickendorf bzw. Tegel). Sein größtes Modell, die ca. 2m hohe HW2, explodierte dann 1932 bei einem Startversuch auf der Frischen Nehrung bei Pillau.

In unserem Ausstellungsbereich zu Johannes Winkler können Sie sich über seine Pionierleistungen auf den Gebiet der Raketentechnik bis hin zu Entwicklungen der modernen Raumfahrttechnik ausführlich informieren. Alle wichtigen Raketen, die Johannes Winkler baute und erprobte, können hier in detaillierten 1:1-Modellen besichtigt werden.

(Text: Wilfried Mühlisch, 2018)